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CoopMonitor 2025 -
Gründungssrekord mit Schattenseiten

Mit unabhängigen Daten die neuesten Entwicklungen im genossenschaftlichen Ökosystem verstehen.





Motivation: Warum gibt es den CoopMonitor?

Um das genossenschaftliche Ökosystem zu stärken, braucht es unabhängige Daten um es verstehen zu können. Der CoopMonitor zeigt, wo und wie heute neue Genossenschaften gegründet werden und was wir daraus datenbasiert für die Förderung innovativer Coops ableiten können.

Methode: Wie sind wir vorgegangen?

Für den CoopMonitor haben wir Daten aus dem Handelsregister zu Genossenschaftsgründungen ausgewertet. Im Fokus stehen Neugründungen im Jahr 2025: In welchen Bereichen entstehen neue Genossenschaften? Welche Muster und Trends zeigen sich? Um inhaltliche Schwerpunkte und neue Cluster zu identifizieren, haben wir Satzungen und Websites mithilfe von Large Language Models analysiert.

Kernergebnisse: Was zeigen die Daten?

Der CoopMonitor 2025 zeigt: Genossenschaften gestalten Zukunft über Regionen und Branchen hinweg. Über 200 Genossenschaften der Neugründungen in 2025 machen deutlich, wie Coops Kund:innen zu Miteigentümer:innen machen, die Energiewende gestalten, ländliche Regionen beleben, günstigen Wohnraum schaffen und digitale Infrastruktur bauen. Gleichzeitig hat der Gründungsrekord von insgesamt 579 neu eingetragenen Genossenschaften im Jahr 2025 Schattenseiten: Neben den innovativen Coops mit klarer Mitgliederförderung dient ein signifikanter Teil der Neugründungen dem Steuersparen. Mit diesem differenzierten Blick ist der CoopMonitor eine Basis, um Genossenschaften als demokratische, kooperative und digitale Rechtsform zu stärken.



Gründungen 2025 +++


- neue Genossenschaften in acht Gründungs-Clustern

Datengrundlage und Erklärung

Um die tatsächlichen Wirkungsfelder moderner Genossenschaften präzise abzubilden, haben wir eine innovative, KI-gestützte Analyse der Satzungen und Webseiten von - Neugründungen aus dem Jahr 2025 durchgeführt. Mittels Large Language Models (LLMs) wurden die individuellen Unternehmensziele und Geschäftsmodelle untersucht, um sie flexiblen Themen-Clustern statt starren Kategorien zuzuordnen. Da eine Genossenschaft oft mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt – etwa die Förderung regionaler Strukturen bei gleichzeitiger digitaler Vernetzung –, ermöglicht diese Methode eine multidimensionale Auswertung der Gründungslandschaft. Das Ergebnis ist ein datengestütztes Bild, das den konkreten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert dieser neuen Gemeinschaften anhand ihrer realen Missionen sichtbar macht.

Als Datengrundlage dienen die Eintragungen in das Genossenschaftsregister im Jahr 2025. Nach der Gründungsversammlung und der Gründungsprüfung durch den Prüfungsverband erfolgt die Eintragung in das Genossenschaftsregister.





Beispiele aus dem Cluster
"Kunden zu Miteigentümern machen"







Die Gründungen sind über ganz Deutschland verteilt

Datengrundlage und Erklärung

Wir haben die - Genossenschafts-Gründungen in 2025 anhand ihres öffentlichen Firmensitzes kartiert.





Beispiele aus dem Cluster
"Moderne und digitale Infrastruktur"







Genossenschaften stärken den ländlichen Raum: 2/3 aller Gründungen 2025

Datengrundlage und Erklärung

Wir haben die - Genossenschafts-Gründungen in 2025 anhand des Firmensitzes als ländlich oder städtisch kategorisiert. Als städtisch gelten alle Coops in Orten mit mehr als 100.000 Einwohnern.





Beispiele aus dem Cluster
"Lebendige ländliche Regionen"







Hamburg wächst am stärksten -
die meisten Bundesländer verlieren Genossenschaften

Datengrundlage und Erklärung

Wir haben die vor dem Jahr 2025 in den jeweiligen Bundesländern existierenden Genossenschaften gezählt und ins Verhältnis zum Zuwachs im Jahr 2025 gestellt.

Beispiel:
Wenn es in einem Bundesland Stand 31.12.2024 insgesamt 5.000 Genossenschaften gab und im Jahr 2025 insgesamt 500 netto (Gründungen abzüglich Löschungen) dazugekommen sind, dann beträgt das Wachstum in diesem Bundesland 10% im Jahr 2025.





Beispiele aus dem Cluster
"Unternehmensnachfolgen mit einer Genossenschaft"







Großes Potenzial: digital Mitglieder werben!

Datengrundlage und Erklärung

Wir haben analysiert, welche der - Genossenschafts-Gründungen eine Website betreiben und auf dieser aktiv zur Mitgliedschaft in der Genossenschaft kommuniziert.





Beispiele aus dem Cluster
"Bezahlbare Mieten und Städte"







Mehr als die Hälfte der Vorstandsteams bestehen nur aus Männern.

Datengrundlage und Erklärung
Gründungszeitraum Männeranteil Durchschnittsalter (Stand 2026)
Vor 2015 80 % 56 Jahre
Ab 2015 72 % 54 Jahre
2025 75 % 53 Jahre

Die Daten belegen einen Generationenwechsel: Neuere Genossenschaften werden von jüngeren Mitgliedern geprägt, wobei die männliche Dominanz im Vergleich zu den ältesten Strukturen leicht abnimmt.

Wir haben anhand der öffentlichen Informationen zu den Vorstandsmitgliedern die Zusammensetzung von Vorständen nach Geschlechtern und Alter analysiert.





Beispiele aus dem Cluster
"Günstige, saubere und sichere Energie"







Etwa ein Drittel der Gründungen sind innovativ oder sehr innovativ.

Datengrundlage und Erklärung

Datenquelle: Websitetext und HTML-Struktur (für technische Analyse).
Kerndimensionen:

  • Systeminnovation: Unterscheidet zwischen etablierten Standardmodellen (z. B. traditionelles Wohnwesen oder Bankwesen) und wegweisenden Ansätzen wie Plattform-Genossenschaften, Smart Grids (Energie 2.0) oder Daten-/Commons-Genossenschaften.
  • Technische Modernität: Bewertet den zugrunde liegenden Tech-Stack (z. B. moderne Frameworks, Performance) via HTML-Tag-Analyse.
  • Kommunikationsklarheit: Bewertet die Klarheit des Wertversprechens und der digitalen Benutzerführung (wie Calls To Action).

Anwendungsfall: Identifizierung von hochwirksamen, modernen Genossenschaftsmodellen, die die digitale Transformation und neue sozioökonomische Paradigmen nutzen.





Beispiele aus dem Cluster
"Mitarbeiter-geführtes Unternehmen"







Die große Mehrheit der Gründungen haben Vorstands-Teams.

Datengrundlage und Erklärung

Anzahl im Handelsregister hinterlegter Mitglieder des Vorstands der in 2025 eingetragenen Genossenschaften.





Beispiele aus dem Cluster
"Mittelstand durch Kooperation stärken"






Gründungsrekord mit Schattenseiten +++


Im Jahr 2025 wurden insgesamt - Genossenschaften gegründet!

Datengrundlage und Erklärung

Von insgesamt - Gründungen wurden in die Analyse des vorherigen Teils lediglich - Gründungen einbezogen. Ausgeklammert haben wir bislang rein interne Strukturgesellschaften (z. B. zur Steueroptimierung) ohne öffentliche Mitgliederansprache. Im Folgenden gehen wir nun auf das Delta genauer ein.




Die Schattenseite: 2/3 aller Gründungen in 2025 waren Steuerspar-Genossenschaften.

Datengrundlage und Erklärung

Steuerspar-Genossenschaften sind Genossenschaften, deren primärer und tatsächlicher Zweck ist, Steuern zu sparen. Dies geschieht häufig durch die Einbringung von Privatvermögen in eine Genossenschaft, deren Mitglieder häufig ausschließlich Familienmitglieder sind. Die Nutzung des Betriebsvermögens in Form von Autos, Häusern, Reisen, Fortbildungen u.a. durch die (Familien-)Mitglieder wird anschließend als betriebliche Ausgabe im Sinne der Mitgliederförderung verstanden.
Mehr zu den Logiken, Praxisbeispielen und rechtlichen Unzulässigkeit von Steuerspar-Genossenschaften:

Wir haben die Steuerspar-Genossenschaften anhand der öffentlichen Daten wie Satzungen und Website mit Hilfe von Large Language Models (LLMs) identifiziert. Dazu haben wir die Satzungszwecke in inhaltlich unabhängige Bestandteile zerlegt (z. B. Reisen, Immobilien, Coaching). Stehen diese Bestandteile in keinem plausiblen Zusammenhang, ist dies ein Indiz. Hinzugenommen haben wir: hat die Genossenschaft eine Website (ja/nein), handelt es sich um eine Kleinstgenossenschaft (Indikator: einzelner Vorstand) und beinhaltet der Genossenschaftsname zum Satzungszweck unpassende Bezeichnungen wie "Holding" oder "Asset".

Bei der Festlegung der Schwellenwerte haben wir einen bewusst konservativen Ansatz gewählt, um die Anzahl falsch-positiver Ergebnisse zu minimieren („Low False Positive Rate“). Die Filter wurden so streng definiert, dass im Zweifelsfall eine Zuordnung zur regulären Gründungslandschaft erfolgte. Manuelle Stichproben bestätigen, dass durch diese vorsichtige Gewichtung selbst grenzwertige Modelle eher als reguläre Genossenschaften gewertet wurden.




Die Gründungen steigen seit 2015 im Mittel leicht an.

Datengrundlage und Erklärung

Bereinigt man die Gründungsstatistik der letzten 10 Jahre um die Gründungen von Steuerspar-Genossenschaften ist die Anzahl an tatsächlichen Genossenschaftsgründungen seit 2021 rückläufig. Über die letzten 10 Jahre zeigt sich ein leicht positiver Trend.




Die Gesamtzahl an Genossenschaften stagniert - Gründungen und Löschungen gleichen sich aus.

Datengrundlage und Erklärung

Neben der Gründung von neuen Genossenschaften werden Genossenschaften durch Liquidation, Insolvenz oder Fusion/Verschmelzung gelöscht. Die Anzahl an Gründungen und Löschungen halten sich 2025 nahezu die Waage, sodass die Gesamtanzahl von Genossenschaften stagniert (Zuwachs von - Genossenschaften).




Fast alle Steuerspar-Genossenschaften werden von nur 5 Prüfungsverbänden geprüft




Der jährliche Netto-Zuwachs an Genossenschaften ist rückläufig.

Datengrundlage und Erklärung

Neben der Gründung von neuen Genossenschaften werden Genossenschaften durch Liquidation, Insolvenz oder Fusion/Verschmelzung gelöscht. Die Differenz aus Gründungen und Löschungen ergibt den Netto-Zuwachs an Genossenschaften für das jeweilige Jahr.
Folgende Anzahl Genossenschaften gab es Ende 2014 bzw. 2024:



Schlussfolgerungen +++


Die zentralen Ergebnisse des CoopMonitors 2025

  • Neue Gründungscluster entstehen jenseits von Branchen wie Banking, Wohnungsbau, Agrar und Energie.
  • Die Gesamtzahl an Genossenschaften stagniert: Gründungen und Löschungen gleichen sich aus. Der jährliche Netto-Zuwachs an Genossenschaften (Gründungen abzüglich Löschungen) ist rückläufig.
  • Aktuell wird die genossenschaftliche Rechtsform vor allem (2/3 aller Gründungen) für Steuerspar-Genossenschaften genutzt. 95 % der in 2025 gegründeten Steuerspar-Genosenschaften bündeln sich bei vier Prüfungsverbänden.

Gründungen stärken und Missbrauch unterbinden

  1. Ein attraktiver Rechtsrahmen für Gründungen

    Problem: Aktuell dauert die Gründung von Gründungsversammlung bis Eintragung im Genossenschaftsregister im Median 128 Tage (4,5 Monate) und innovative Geschäftsmodelle mit mittelbarer Mitgliederförderung wie Daten-, Energie-, Infrastruktur- und Plattformgenossenschaften haben Rechtsunsicherheit.

    Lösungsideen:

    • Öffnung des Förderzwecks unter explizitem Ausschluss zur Nutzung als Vermögensverwaltung und Kapitalsammelstelle, um innovative Geschäftsmodelle rechtssicher zu ermöglichen.
    • Frist für die Gründungsprüfung durch den Prüfungsverband nach Vorlage der vollständigen Prüfungsunterlagen (z.B. 10 Werktage)
    • Frist für die Eintragung im Genossenschaftsregister nach Vorlage der vollständigen Eintragungsunterlagen (z.B. 5 Werktage)
    • Standardisierte Gründungsgutachten für eine beschleunigte Gründungsprüfung und -eintragung
    • Muster-Gründungsatzung für eine beschleunigte Gründungsprüfung und -eintragung

    Unser Beitrag: Wir setzen uns mit unserer politischen Arbeit für attraktive Genossenschaftsgründungen ein.

  2. Genossenschaften an Beratungs- und Unterstützungsstellen verankern

    Problem: Die genossenschaftliche Rechtsform ist kaum oder gar nicht unter Gründer:innen bekannt.

    Lösungsideen:

    • Integration von Genossenschaften in Gründungszentren, Wirtschaftsförderungen, IHKs, Inkubatoren und Accelerator-Programmen
    • Verankerung der genossenschaftlichen Rechtsform in den Curricula der Rechts-, Steuer- und Wirtschaftswissenschaften sowie kaufmännischen Berufsausbildung
    • Genossenschaften in Nachfolgeberatungen (z.B. bei IHKs, HWKs, LWKs) verankern

    Unser Beitrag: Wir stärken Coop-Gründungen durch kostenfreie Angebote wie unser CoopWissen, eine Sprechstunde für Gründer:innen und durch Vernetzung von Akteuren wie bei unserem CoopCamp "Kooperative Wirtschaft".

  3. Genossenschaften insgesamt bekannter und sichtbarer machen

    Problem: Genossenschaften, insbesondere innovative Gründungen, sind kaum in der breiten Öffentlichkeit wahrnehmbar.

    Lösungsideen:

    • Kooperation unter Genossenschaften für Medien-Kampagnen (Socials, Presse, TV u.a.)
    • Ein Coop-Award inkl. Featuring und PR-Kampagne für Best-in-Class-Coops (am innovativsten, digitalsten, partizipativsten, medienwirksamsten, kooperativsten u.a.)
    • Ein Festival auf dem die Vielfalt, Wirkung und das Potenzial von Genossenschaften erlebbar wird

    Unser Beitrag: Wir bringen starke Allianzen zusammen, um Genossenschaften durch Veranstaltungen wie das CoopFest erlebbar zu machen. Wir fördern Kooperationen unter Genossenschaften durch die Vernetzung über Branchen, Regionen und Verbände hinaus mit unseren CoopCamps.

  4. Missbrauch der genossenschaftlichen Rechtsform unterbinden

    Problem: Rund zwei Drittel aller Genossenschaftsgründungen in 2025 verfolgen keine echte Mitgliederförderung, sondern Steuersparzwecke. Diese Gründungen bündeln sich zu 95% bei vier Prüfungsverbänden.

    Lösungsidee:

    • Die Staatsaufsichten (oberste Landesbehörden) sollten ihre bestehenden Kontrollmechanismen nutzen, um Prüfungsverbänden das Prüfungsrecht bei systematischen Missbrauch zu entziehen statt neue Regulierungen einzuführen.

Hast du weitere Lösungsideen oder willst mit uns welche umsetzen? Dann wende dich direkt an uns.








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