Mitglieder gewinnen und binden

Effektive Kommunikation und Synergien im Netzwerk




26.10.2023 – Mit jedem neuen Mitglied wächst nicht nur das Eigenkapital einer Genossenschaft – es ergeben sich auch völlig neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit untereinander. Daher ist es wichtig, Mitgliedern auch nach dem Beitritt die Vorzüge des gemeinschaftlichen Wirtschaftens näherzubringen.

Lukas Mörchen von The Generation Forest eG erzählte uns im Community Call von der Kommunikationsstrategie des genossenschaftlichen Aufforstungsprojekts und welche Möglichkeiten Mitglieder haben, um sich vom Impact ihrer eigenen Investition zu überzeugen.

Nico Storz von der Bürgerwerke eG präsentierte uns die Vorteile einer Dachgenossenschaft für selbst erzeugten Strom und wie sich die Mitgliedsunternehmen untereinander vernetzen, um einen größtmöglichen Nutzen aus dem gemeinsamen Handeln zu ziehen.




Lukas Mörchen


»Für unsere Genossenschaft ist die Mitgliedergewinnung extrem wichtig, da jedes neue Mitglied und jeder weitere Anteil bedeutet, dass unser Wald und unsere Bewegung weiterwachsen. Wir können so die Mission unserer Genossenschaft erfüllen: Mehr gespeichertes CO2, mehr Lebensraum für Artenvielfalt & mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum!«


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Der Wald wächst mit jedem neuen Mitglied

The Generation Forest hat sich die Aufforstung von Generationenwäldern in Panama zur Aufgabe gemacht. Dafür setzt die Genossenschaft auf Impact Investing, das durch Mitgliedsanteile finanziert wird: Bisher haben über 7000 Mitglieder mehr als 22.000 Anteile gezeichnet und damit ein Eigenkapital von 31 Millionen Euro generiert. Damit konnten bereits 2367 Hektar Wald gesichert und 750 Hektar aufgeforstet werden.

Mit jedem Mitgliedsanteil wird eine Waldfläche von ungefähr 500 Quadratmetern finanziert, die auf lange Sicht ungefähr 1 Tonne CO2 jährlich kompensiert. Doch der Wald hat auch einen ökonomischen Wert: Regelmäßig werden einzelne Bäume entnommen und deren Holz verkauft. Dadurch wird für die Mitglieder eine Rendite erwirtschaftet, ohne dass dafür die Aufforstungsarbeit zunichtegemacht wird: Die neu angelegten Wälder sollen nicht nur 25 oder 50 Jahre Bestand haben, sondern im besten Fall ewig.

The Generation Forest setzt auf positives emotionales Storytelling zur Gewinnung neuer Mitglieder. Über Kanäle wie Instagram und YouTube wird Interessenten bildhaft vor Augen geführt, welche Möglichkeiten durch die Investition in den Wald geschaffen werden. Doch auch Zahlen spielen eine wichtige Rolle: Dank einer robusten Datengrundlage und fortlaufender Verifizierung kann die Genossenschaft klar nachweisen, welchen Impact sie in den fünf wichtigsten Bereichen erzielt:

  • CO2-Speicherung
  • Schaffung von Lebensraum für Flora und Fauna
  • Einbindung der lokalen Bevölkerung
  • Stabilisierung des regionalen Wasserhaushalts
  • Regeneration der Böden

Dass der digitale Beitritt in eine Genossenschaft in Deutschland weiterhin nur über Umwege möglich ist, beschäftigt auch The Generation Forest. Daher bieten sie ihren Mitglieder zwei Möglichkeiten: Die digitale Unterschrift via Video-Verifikation oder die postalische Zusendung des Beitrittsformulars samt frankiertem Rückumschlag. Auch anderweitig versucht die Genossenschaft die Hürden für neue Mitglieder so niedrig wie möglich zu gestalten: Anteile können in Raten bezahlt werden und bei jedem Schritt gibt es feste Ansprechpartner*innen, die bei Fragen zur Seite stehen.

Nach dem Beitritt erwarten die Mitglieder monatliche Forest Talks, regelmäßige Impact Reports, ein Mitgliederkonto, ein Botschafterprogramm und Besuche der Aufforstungsprojekte in Panama. So wird die Wirkung der eigenen Investition buchstäblich greifbar.




Nico Storz


»Für uns ist es enorm wichtig, möglichst viele Menschen in der Energiewende mitzunehmen. Nur so können wir die Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnen, die wir für dieses überlebens-notwendige Projekt benötigen. Für die Arbeit an diesem Ziel können wir gemeinsam viel bewirken!«


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Eine Dachgenossenschaft für Energie in Bürgerhand

Bei der Bürgerwerke eG handelt es sich um eine Dachgenossenschaft – ihre Mitglieder sind keine Privatpersonen, sondern Unternehmen.

Ziel ist es, die Bemühungen regionaler Bürgerenergie-Gemeinschaften (BEG) zu bündeln und untereinander Synergien freizusetzen. Folgende Vorteile hat Bürgerenergie, also von Verbraucher*innen produzierter Strom:

  • Die Wertschöpfung entsteht dort, wo die Energie produziert wird.
  • Entscheidungen werden dort getroffen, wo die Anlagen gebaut werden.
  • Die Akzeptanz für die Energiewende wird durch Teilnahme gesteigert.

Das Kerngeschäft der Bürgerwerke besteht darin, den selbst erzeugten Strom zu vermarkten. Und das Konzept hat Erfolg: Während der vergangenen Energiekrise waren die Genossenschaften der Bürgerwerke durchgehend lieferfähig.

120 Mitgliedsgenossenschaften repräsentieren derzeit bei der Dachgenossenschaft rund 50.000 Bürger*innen. Dabei liegt der Fokus weniger auf der absoluten Zahl an Mitgliedern, sondern vielmehr auf deren aktiver Mitwirkung bei den Bürgerwerken.

Interessierte Unternehmen landen daher auf Anfrage zunächst auf einer Warteliste. Vierteljährlich finden Infoveranstaltungen statt, in denen ihnen eine klare Erwartungshaltung vermittelt wird. Wer den nächsten Schritt geht, erhält für die eigenen Mitglieder ein aktives Onboarding inklusive feierlicher Begrüßung und Schulungsangeboten sowie der Einrichtung des Bürgerwerke-Stromtarifs.

Alle ein bis zwei Monate können Mitglieder online an einer sogenannten Bürger.Werk.Statt teilnehmen, um untereinander Wissen auszutauschen. Zudem bieten die Genossenschaften untereinander Netzwerkdienstleistungen an, bei deren administrativen Aufgaben sie von den Bürgerwerken Unterstützung erhalten.

Noch direkter werden sich die Mitglieder voraussichtlich ab Ende des Jahres untereinander austauschen können: Dann soll die Mitgliederplattform der Bürgerwerke online gehen, die sie in Kooperation mit der wechange eG entwickelt haben.